Suchen - und finden - im InternetJetzt können Sie einen Browser bedienen und eine Adresse eingeben. Schön und gut. Aber wie finden Sie nun die interessanten Adressen und Inhalte im Internet. Mit zufälligem herumsurfen werden Sie größte Mühe haben, überhaupt etwas zum gewünschten Thema zu finden, und dann auch nur mit viel Zeitaufwand und geringen Trefferquoten bei vielen Millionen Websites.
Aus diesem Grund kamen vor einiger Zeit zwei clevere amerikanische Studenten auf die Idee, einen Suchdienst/Seitenverzeichnis im Internet einzurichten.
Sie begannen, alle gefundenen Websites in einen gigantischen Katalog einzutragen. Dieser läßt sich mit Hilfe von indizierten Stichwörtern in Volltextsuche oder auch nach Sachgebieten getrennt durchforsten. Die Webseite der zwei Studienkollegen findet sich noch heute unter der allseits bekannten Internetadresse http://www.yahoo.com und ist seit dem Börsengang ihrer gleichnamigen Firma inzwischen viele Milliarden Dollar wert. Nach dem Erfolg von Yahoo schossen weitere Internet Suchdienste wie Pilze aus dem Boden, und heute gibt es dutzende oder sogar hunderte davon.
Die Funktionsweise ist jedoch bei den meisten recht ähnlich geblieben:In eine Suchzeile gibt man die Stichworte ein, nach denen gesucht werden soll, drückt auf einen Knopf (meist "search", "suchen", "go", "submit" o.ä.) und erhält wenige Sekunden später eine Liste mit Links sowie meist eine kurze Beschreibung der gefundenen Seite. Bei zu allgemeinen Suchbegriffen kann diese Trefferliste bei einigen Suchmaschinen aber schnell mehrere tausend Seiten aufweisen. Denn erstens haben die meisten Suchmaschinen sehr viele Seiten indiziert und zweitens können sie nicht wie ein Mensch zwischen den Zeilen lesen (manchmal hat man auch das Gefühl, sie wollen den Benutzer einfach nicht verstehen). Hier ein paar Erläuterungen zu richtigem Suchen:
- Eine Suchmaschine macht standardmäßig keinen Unterschied zwischen Kohl der Kanzler und Kohl das Gemüse, d. h. man muß die Suche schon weiter einschränken.
- Standardmäßig sind fast alle Suchmaschinen so eingestellt, dass sie alle Seiten ausgeben, die alle vom Benutzer eingegebenen Suchbegriffe irgendwo auf der Seite enthalten, d. h. wenn man die Suchbegriffe Internet + Explorer + 5.0 verwendet, findet man auch Seiten, auf denen es nur eine ältere Version des Internet Explorers und irgendein Programm mit der Versionsnummer 5.0 gibt!!
- Deshalb bieten fast alle Suchdienste die Möglichkeit, die Suche weiter einzuschränken, diese Option heißt meist "Advanced Search" oder "Refine Search". In diesen erweiterten Suchoptionen kann man z.B. einstellen, dass die Suchmaschine nur alle Seiten ausgibt, die einen genauen Wortlaut enthalten ("match exact phrase"). Dies läßt sich bei den meisten Suchmaschinen auch erzielen, indem man den gewünschten Wortlaut in Anführungszeichen eingibt: "washington library of congress" .
- Nützlich sind hier auch die Optionen, bestimmte Worte von der Suche auszuschließen, die Suche nach dem Erstellungsdatum der Site zu begrenzen oder nur Seiten in einer bestimmten Sprache ausgeben zu lassen.
- Einige Dienste wie etwa Yahoo bieten nicht nur die Möglichkeit zur Volltextsuche, sondern auch einen nach Sachgebieten sortierten Katalog, so dass man auch leicht themenverwandte Seiten finden kann (z.B. Geschichte Alte Geschichte Archäologie Rom ).
Diese Kataloge müssen allerdings von Hand erstellt bzw. überpüft werden, weshalb sie nie so umfassend wie die automatisch indizierten Datenbanken (etwa altavista) sein können.
Hinweis: Die Suchmaschinen arbeiten zwar mit den sogenannten Boolschen Operatoren (AND, OR, NOT...), das Eingeben von Kohl AND Kanzler hat aber keinen Sinn: Die meisten Suchmaschinen fanden dann zusätzlich auch nach Dokumenten mit dem schönen und viel verwendeten Wort AND. Diesen Fehler scheinen viele Benutzer zu machen, das am zweitmeisten gesuchte Wort war lange Zeit (nach SEX) das Wort AND. Manche Suchmaschinen akzeptieren dagegen Pluszeichen: +Kohl +Kanzler oder Kohl + Kanzler. Sicherer ist aber die Verwendung der erweiterten Suchfunktionen.
Suchdienste:
Neben dem Gründervater yahoo.com gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von weiteren empfehlenswerten Suchmaschinen.
Einige der größten und bekanntesten sind:
Neuen Untersuchungen zufolge haben die Suchmaschinen nur einen Bruchteil aller vorhandenen Internetseiten indiziert. Bisher ging man von einer Abdeckung von ca. 80 Prozent aller Seiten aus, es sollen aber in Wirklichkeit nur ca. 20 bis 30 Prozent aller Websites erfaßt sein. Es lohnt also in jedem Fall, mehrere Suchmaschinen abzufragen, wenn man nach einem ausgefallenen Begriff sucht.
Ein kleiner Tip: Wenn sie wollen, dass eine Seite (z.B. mit Suchergebnissen) offen bleibt, während Sie weitere Seiten besuchen, dann halten sie die Shift Taste gedrückt, während Sie auf einen Link klicken, oder klicken Sie ihn mit der rechten Maustaste an und wählen Sie "In neuem Fenster öffnen". Der Browser startet dann eine neue Instanz (ein zweites Fenster), und Sie können leicht wieder auf das erste Fenster zurückgreifen, ohne dauernd auf den Back Button klicken zu müssen.
Des weiteren gibt es spezielle Suchmaschinen etwa für Telefonnummern oder Email - Adressen (bieten auch manche traditionellen Suchmaschinen) sowie für fast jeden vorstellbaren Zweck, die hier nicht alle im Einzelnen genannt werden können.
Metacrawler und Suchtools für den heimischen Rechner:
Eine sehr komfortable Möglichkeit, nach Internetseiten zu forschen, bieten die sogenannten Metacrawler. Das sind eigene übergeordnete Suchdienste (z.B. unter http://www.metacrawler.com) oder kleine Programme für den heimischen Rechner, die von dort aus viele Suchmaschinen gleichzeitig abfragen können. Sie sind in der Regel kostenlos und finanzieren sich über Werbung, aber das tun die herkömmlichen Online - Suchmaschinen auch. Das hat mehrere Vorteile: Sie bieten meist mindestens ebenso ausgeklügelte Suchfunktionen wie die bereits bekannten Online - Suchdienste an, man muß sich nur an eine Oberfläche für die Bedienung gewöhnen, und sie sind sehr viel schneller als die Abfrage mehrere Suchdienste nacheinander von Hand. Außerdem liefern sie dadurch gerade bei exotischen Suchbegriffen gute Ergebnisse, die man mit einem einzelnen Suchdienst oftmals nicht finden würde. Sehr empfehlenswert ist das Programm Copernic, zu finden unter http://www.copernic.com Die nur leicht funktionsreduzierte Standardversion ist kostenlos erhältlich. Das Programm bindet sich u.a.
in die Buttonleiste des Internet Explorers ein, so dass es sich sehr komfortabel starten läßt, und bietet nützlich Funktionen wie automatische Programmaktualisierungen und eine Überprüfung, ob die gefundene Adresse noch existiert.Ein weiteres äußerst innovatives Suchtool für den heimischen Rechner ist Autonomy Kenjin (www.kenjin.com). Dieses zeigt auf Wunsch automatisch zum gerade bearbeiteten oder betrachteten Material passende Informationen, ohne dass man seine Arbeit unterbrechen und erst eine Suchmaschine befragen muß. Außerdem versucht das Programm, denn gesamten Kontext der Arbeit zu erfassen und nicht nur nach einzelnen Stichworten zu suchen, so dass Verweise zu passenderen Informationen geliefert werden können. Zudem wird nicht nur auf Seiten im World Wide Web verwiesen, sondern auch auf vergleichbares Material in bekannten Online-Enzyklopädien (siehe unten) oder auf dem eigenen Computer, und auch auf den Rechnern von anderen Benutzern des Programms, die dieses Material freigegeben haben.
Online-Enzyklopädien:
Neben der Recherche über die oben genannten Suchdienste bietet sich häufig auch das Nachschlagen in den Online-Ausgaben bekannter Enzyklopädien an (bisher nur als Bücher oder CD-Roms publizierte Nachschlagewerke): Die beiden wohl bekanntesten bereits im Internet verfügbaren (und kostenlos benutzbaren) Nachschlagewerke sind die Encyclopaedia Britannica unter der Internetadresse www.britannica.com und Microsoft Encarta (www.encarta.msn.com), jeweils in leicht abgespeckten Versionen mit weniger Bildern, Videos, kürzeren Texten, etc. als im zu kaufenden Nachschlagewerk.