Sicherheitsfragen im Internet

Fast täglich kann man in der Tagespresse von den Gefahren des Internets lesen: Virenverseuchung, Hackerangriffe, Betrug beim Online Shopping, Entwendung von Daten...Die meisten dieser Berichte sind reine Sensationsmeldungen, für den einzelnen Benutzer läßt sich das Risiko durch Beachtung einiger einfacher Verhaltensregeln minimieren.

Schutz von persönlichen Daten - Hacker - Viren

Allgemeine Sicherheitshinweise:

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Schutz von persönlichen Daten - Hacker - Viren

Schutz von persönlichen Daten: Ein seriöser Online Provider, Support Mitarbeiter, System Administrator, etc. wird sie niemals telefonisch oder per Email nach Ihrer kompletten Kontonummer, Kreditkartennummer, Passwörtern oder ähnlichem fragen! Fallen Sie nicht auf einen Trick rein wie z.B.: "Unser Server ist abgestürzt und Ihre Zugangsdaten sind verloren gegangen, um Ihnen weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen, geben Sie doch bitte noch einmal Ihre Zugangsdaten in dieses Formular ein und schicken Sie es per Email an mich zurück." Wenn Sie das befolgen, besitzt wahrscheinlich bald ein Betrüger Ihre Zugangsdaten und surft auf Ihre Kosten im Internet (oder nutzt sie gar für kriminelle Aktionen).

Allgemein gilt: Schützen Sie Ihre privaten Daten. Viele Firmen fragen sie nach Daten wie Adresse, Telefonnummer oder sogar Einkommen und Interessen. Das dient meist nur dazu, um Ihnen gezielt Werbung zukommen zu lassen. Wenn sie nicht in einer Flut von Werbesendungen ersticken wollen, besorgen Sie sich z.B. eine zweite kostenlose Email - Adresse, die Sie in solchen Formularen angeben; wird dieses Postfach dann von unerwünschter Werbung überflutet, können Sie es ohne Probleme aufgeben und sich ein neues besorgen. Die Email - Adresse, unter der Sie mit Freunden oder Geschäftskollegen kommunizieren, sollten Sie in solchen Formularen nicht angeben, da Email - Adressen schnell auf unerklärliche Weise in die Hände von unseriösen Anbietern gelangen – obwohl Ihnen jede Firma Datenschutz zusichert – und Sie so schon bald mit unerwünschten Emails zugemüllt werden (sogenannte Spam Mails), etwa von Anbietern pornographischer Seiten oder Online Casinos. Die meisten Email - Programme bieten Filter gegen solche Mails, die aber nur teilweise wirkungsvoll sind. Generell sollte man nur die Felder eines Formulars ausfüllen, die unbedingt verlangt werden (meist mit einem Stern gekennzeichnet), etwa die Postanschrift, wenn man sich etwas per Post zuschicken lassen will.

Ganz wichtig: Seien Sie extrem vorsichtig mit Ihren Bankdaten. Geben Sie Ihre Kontonummer oder Kreditkartennummer nur preis, wenn eine sogenannte "sichere Verbindung" zum abfragenden Server besteht (etwa beim Online Shopping)! Meist werden Sie von Ihrem Browser darauf hingewiesen, wenn eine solche Verbindung aufgebaut oder wieder verlassen wird, als Symbol sehen Sie z.B. ein eingeschnapptes Schloß am linken unteren Bildschirmrand (Statuszeile). Seien Sie auch bei bekannten Anbietern vorsichtig, nicht jede bedeutende Firma kann auch gute Sicherheitsmechanismen für eine Webseite programmieren. Auf die Sicherheitsfunktionen und Sicherheitslücken der heutigen Browser kann ich hier nicht im Einzelnen eingehen, lesen Sie sich aber generell einmal die Hinweise in den Voreinstellungen des Browsers durch und stellen Sie hier die Sicherheitseinstellungen wenigstens auf "mittel". Ein paar Anmerkungen dazu noch später.

Wollen Sie jemandem vertrauliche Informationen per Email zusenden (etwa Passwörter), sollten Sie sie verschlüsseln. Für diesen Zweck hat sich vor allem ein Programm einen Namen gemacht: Pretty Good Privacy (kurz PGP). Es ist zwar nicht ganz einfach zu bedienen, bietet aber eine so starke Verschlüsselung, dass sogar der CIA Monate bis viele Jahrzehnte bräuchte, um auch nur einen Ihrer Briefe zu entschlüsseln. Eine internationale Version dieses Programms finden Sie unter http://www.pgpi.com. Das amerikanische Original unterliegt wegen seiner starken Verschlüsselungstechnik dem US Waffenexportgesetz und konnte nur mit einem Trick international zugänglich gemacht werden, indem der Programmcode als Buch veröffentlicht und in die Schweiz exportiert wurde (er unterliegt damit dem Recht auf freie Meinungsäußerung), wo das Programm neu zusammengesetzt wurde. Erlaubt zum Export sind derzeit nur 128bit Schlüssel (PGP bis über 4000 bit), in den neuesten Versionen des Internet Explorers und von Windows wird dieser Schlüssel bereits mitgeliefert. Das Programm PGP beruht auf einem von Whitfield Diffie und Martin Hellman 1975 eingeführtem Verschlüsselungssystem, dem sogenannten Public-Key Verfahren. Dabei werden Nachrichten/Dateien mit einem allgemein zugänglichen öffentlichen Schlüssel (public) chiffriert, können aber nur mit einem zweiten, nur dem Benutzer bekannten (secret) Schlüssel wieder zugänglich gemacht werden. Neben dem Diffie-Hellmann Verfahren kommt bei PGP zusätzlich noch der sogenannte RSA Algorithmus zum Einsatz. Dieser sehr sicherer Verschlüsselungsalgorithmus ist nach den Anfangsbuchstaben der Nachnamen seiner Erfinder Ron Rivest, Adi Shamir, und Len Adleman benannt. Er basiert auf der Tatsache, dass es leicht ist zwei sehr große Primzahlen miteinander zu multiplizieren, aber äußerst schwer aus dem daraus entstehenden Produkt wieder die zwei Zahlen herauszufinden.

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Schutz von persönlichen Daten - Hacker - Viren

Hacker: Als Privatperson müssen Sie kaum befürchten, Opfer eines gezielten Hackerangriffs zu werden, denn wer interessiert sich schon für Ihre Briefe und sonstigen Dokumente. Dennoch sollten Sie vertrauliche Daten, von deren Sicherheit z.B. Ihre berufliche Existenz abhängt, nicht unbedingt auf einem Rechner lagern, der häufig ans Internet angeschlossen ist. Und machen Sie es einem Datenspion nicht zu leicht: Nutzen Sie nicht die Möglichkeit, Paßwörter zu Ihrem Onlinedienst auf der Festplatte abzuspeichern, um sich die regelmäßige Eingabe dieser Daten beim Systemstart zu sparen, denn diese werden entweder überhaupt nicht oder nur schwach verschlüsselt abgelegt, so dass sie von jedem Amateur auszulesen sind.
Apropos Paßwörter: Denken Sie sich sichere Paßwörter aus, d.h. nicht den Namen ihres Kindes, Partners, o.ä. Ein gutes Paßwort sollte mindesten achtstellig sein und nicht in einem Wörterbuch zu finden, denn Hackprogramme verfügen oft über komplette Listen aus Lexikaeinträgen. Die beste Sicherheit erzielen Sie mit einem Wort, dass Sonderzeichen (ä, ö, +, &, $) sowie Zahlen und eventuell Groß- und Kleinschreibung enthält. Nachteil: Ein solches Wort ist schwer zu merken. Schreiben Sie es aber auf keinen Fall auf, und ändern Sie es gelegentlich. Und verlassen Sie sich um gotteswillen nicht auf den Paßwortschutz Ihres Windows Screensavers, den kann wirklich jeder Idiot leicht knacken.

Einen vollständigen Schutz gegen professionelle Hacker gibt es aber nicht, und mittlerweile sind Programme erhältlich, mit denen auch ein Amateur Datenspionage betreiben kann, etwas das in letzter Zeit vielzitierte "Back Orifice" einer amerikanischen Hackergruppe. Einige Virenschutzprogramme und Firewalls bieten einen gewissen Schutz gegen solche bösartigen Programme.

Hinweis: Sie sollten generell Ihre wichtigen Daten nicht allein einer Festplatte anvertrauen, denn die kann schneller unlesbar werden, als sie glauben (etwa durch übereiltes oder versehentliches Formatieren, Programmfehler, Computerviren, Brand, starke Erschütterungen...). Machen Sie regelmäßig Backups aller wichtigen Daten, am besten mehrere und auf verschiedenen Datenträgern (CD-ROM, DAT, Zip Disk...), und lagern Sie sie nicht in der Nähe von Magnetfeldern wie Monitoren oder Lautsprechern. Übrigens verlieren Magnetbänder nach und nach ihre Daten wieder, außerdem werden die entsprechenden Lesegeräte in 50 Jahren bestimmt nicht mehr hergestellt. Wenn einer Ihrer Texte wirklich für die Nachwelt erhalten bleiben soll, schreiben Sie ihn auf Papier oder hauen Sie ihn in Stein ;-))
Und denken Sie daran: Einen Kunden interessiert es kaum, wenn Sie die einzige Kopie seiner Auftragsdaten verloren haben, weil Ihr Haus oder ihr Auto ausgebrannt ist...

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Schutz von persönlichen Daten - Hacker - Viren

Viren: Besonders über Computerviren liest man ständig Horrormeldungen in der Presse. Die wirkliche Gefahr ist jedoch weitaus geringer. Hier deshalb vereinfacht ein paar Tips und Klarstellungen:

Ein Computervirus ist ein kleines Programm, dass wie ein gewöhnlicher (biologischer) Virus versucht, sich weiterzuverbreiten und dazu einen Wirt braucht (hier eine ausführbare Datei). Manche Programmierer begnügen sich damit, dass sich ihr Werk auf möglichst viele Rechner verbreitet, andere bauen Alarmmeldungen ein ("Ihr Computer wurde infiziert von ..."), wieder andere echte Schadfunktionen wie das Löschen oder Verändern von Dateien.

Sonderformen von Viren sind:

Würmer: Programme, die sich wahllos an jede Datei hängen, um so eine möglichst große Verbreitung zu finden. Häufig über Email Attachments (siehe unten sowie unter Glossar) durch bekannte Programme wie Microsoft Outlook Express verbreitet.

Trojanische Pferde: Eine Software, die als harmloses Programm getarnt auf einen Rechner geschmuggelt wird und dort heimlich Aufgaben ausführt, die vom Besitzer des Rechners nicht gewünscht sind. Am bekanntesten ist hier BackOrifice/Netbus.

Makroviren: Programme, die sich über die Makrosprache/Befehlssprache einer Software verbreiten und somit auch in einer eigentlich nicht ausführbaren Datei weiterverbreitet werden (Insbesondere in Microsoft Word und Excel Dateien!)

Hier noch ein paar Hinweise: Mit Windows 95/98 wurden einige neue Techniken eingeführt, die dem Benutzer eigentlich das Leben erleichtern sollen, die aber auch zu böswilligen Aktionen zweckentfremdet werden können. Es ist unmöglich, hier auf alle Sicherheitslücken dieser Techniken hinzuweisen, daher nur einige Tips. Microsoft arbeitet ständig daran, neu entdeckte Sicherheitslücken dieser Techniken, beispielsweise in ActiveX, Cookies oder Javascript, wieder durch Updates und Patches zu beheben. Achten Sie daher auf aktualisierte Programmversionen auf den Seiten des Herstellers.

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