Quicktime - Real Audio/-Video - Flash - Shockwave - MP3 - Javascript - Java
Nach der Betrachtung einiger Internetseiten wird schnell klar: Die meisten Homepages im WWW bieten viele Informationen in Form von Text und Grafiken, aber oft nicht sehr unterhaltend: Es fehlen Ton, bewegte Bilder und Animationen, wie man sie von modernen Programmen (etwa aufwendigen Spielen), Multimedia CD-ROMs oder dem Fernsehen kennt, alles wirkt sehr statisch und wenig interaktiv.
Dies hat einen einfachen Grund: Die geringen Datenübertragungsraten vom Internetserver auf den heimischen Computer. Leider besitzen die wenigsten Anwender Internetanschlüsse, die genügend Bandbreite besitzen, um die notwendigen Datenmengen für multimediale Anwendungen in angemessener Zeit aus dem Netz herunterzuladen. Während viele Firmen bereits über Standleitungen ins Internet oder auch über große firmeneigene Netzwerke verfügen, müssen sich die meisten Heimanwender noch mit Geschwindigkeiten um 56 KB/s begnügen. ISDN ist zwar inzwischen auch bei Privatanwendern weit verbreitet, bietet aber noch nicht den entscheidenden Geschwindigkeitssprung. Und Techniken wie die Übertragung von Internetdaten über das Breitbandkabelnetz, DSL (siehe Glossar) oder Satelliten stecken zumindest außerhalb der Großstädte noch in der Startphase.
Trotzdem gibt es inzwischen
immer mehr Internetseiten mit echten multimedialen Inhalten, welche einige
interessante neue Techniken nutzen, die recht gute Qualität bei akzeptablen
Downloadzeiten bieten. Die meisten dieser Multimediadateien werden direkt
im Browser geöffnet und angezeigt, bei manchen startet aber auch ein
externer Player, was dem Benutzer aber eigentlich ziemlich egal sein kann.
Die noch recht eingeschränkten
multimedialen Fähigkeiten der aktuellen Browser lassen sich durch kleine
Zusatzprogramme, sogenannte Player und Plugins, beträchtlich erweitern.
Meist sind dies kostenlose Programme der jeweiligen Erfinder/Hersteller dieser
Programme, die ein Abspielen und in einigen Fällen auch Speichern dieser
neuen Multimediatechniken bieten. Programme zum Bearbeiten oder Erstellen
dieser Multimediadateien sind meist jedoch kostenpflichtig.
Für den Netscape Navigator finden sich viele interessante Programme dieser Art im Downloadbereich des Herstellers Netscape (http://www.netscape.com). Beim Erfinder der PlugIn Technik für Webbrowser werden die meisten diese Programme im Ordner Plugins im Verzeichnis des Navigators bzw. Communicators auf der Festplatte abgespeichert.
Beim Microsoft Internet Explorer halten sich die Hersteller nicht so genau an einen speziellen Ordner für Plugins, es gibt zwar dafür vorgesehene Ordner im Windows Verzeichnis, aber längst nicht jeder Hersteller hält sich an diese Speicherorte. Mit dem Internet Explorer 4.0 wurde mit ActiveX eine mit den Netscape Plugins vergleichbare Technik eingeführt, die allerdings auch durch einige Sicherheitslücken in Kritik geraten ist.
Im weiteren sind hier einige dieser Techniken kurz vorgestellt (ich beschränke mich dabei auf Techniken, die weit verbreitet bzw. quasi Standard auf ihrem Gebiet sind, ohne allzusehr auf technische Details einzugehen). Bei Internetadressen ist jeweils die (internationale) Seite des Herstellers angegeben, nicht die genauen Downloadadressen, weil sich diese des öfteren ändern. Suchen Sie auf den Startseiten nach einem Menüpunkt wie "Downloads", "Plugins" oder "Free", häufig müssen Sie vor dem Download noch ein Formular ausfüllen.
Apple Quicktime: Ein
zunächst für den Macintosh entwickeltes Video- und Soundformat (dort
Standard), inzwischen aber auch in der Windows Welt sehr weit verbreitet.
Den zum Anzeigen dieser Dateien notwendigen Quicktime Player finden Sie hin
und wieder auf den CD-ROMs der PC-Zeitschriften und sowie auf diversen Multimedia
CD-ROMs. Apple erlaubte aus Gründen, die wohl nur dem Hersteller selbst
verständlich waren, lange Zeit nur die Distribution eines kleinen Installers
auf den Heft-CD-ROMs der Computerzeitschriften, über den dann die gesamten
Installations-Dateien jedesmal neu aus dem Internet heruntergeladen werden
mussten.Unter http://www.apple.com/quicktime/download/standalone
finden Sie inzwischen die komplette aktuelle Version 5 (ca.10 MB) zum Download.
Das Format zeichnet sich durch eine sehr gute Darstellungsqualität bei
bei leider nicht besonders hohen Kompressionsraten (d.h. vergleichsweise großen
Dateien) aus. Dadurch kann ein Video mit Ton im Quicktime Format bei einer
hohen Auflösung schnell viele Megabyte groß werden. Seit der Version
4 können Videos jedoch auch gestreamt werden (siehe unter Real Player).
Eine Sonderform von Quicktime ist Quicktime VR (Virtual Reality), mit dem
man beispielsweise frei drehbare und zoombare Panoramabilder aus mehreren
Photos aneinanderreihen kann. Das Programm zum Herstellen solcher Dateien
gibt es derzeit nur für das Betriebssystem MacOS, und es ist recht teuer.
Die Standardversion von Quicktime ist kostenlos, mit ihr kann man auch Quicktime
VR anzeigen.
Real Player: Ein
von Real Networks (http://www.real.com)
entwickeltes Programm zum Abspielen von speziellen Audio- und Videodateien
(RealAudio, - Video), aktuell ist die Version 8.0. Dieses Format bietet bei
eher mäßiger Qualität (abhängig von der Kompressionsgröße)
einen entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten herkömmlichen
Dateitypen: Es sind sogenannte "Streaming" Formate, d. h. man kann
bereits mit dem Abspielen beginnen, bevor die Datei komplett heruntergeladen
ist. Je nach Geschwindigkeit der Verbindung genügt es meist, ungefähr
eine halbe Minute zu warten, und schon kann man mit dem Abspielen einer Datei
von mehreren Minuten Länge beginnen. Während sich der Benutzer den
Anfang ansieht, versucht der Player, den Rest nachzuladen, bevor die Musik
oder der Film diese Stelle erreicht hat (was nicht immer gelingt, dann kommte
es zu mehr oder weniger langen Pausen). Nachteile: Beim normalen Abspielen/Herunterladen
werden die Dateien meist nur in einem temporären Ordner zwischengespeichert,
d.h. man hat das gerade gesehene Video am Ende nicht dauerhaft auf der Platte.
Will man dies dennoch, muß man die ganze Datei über einen eigenen
Button "aufnehmen" (was bei der kostenlosen Version nicht möglich
ist, außerdem kann diese Funktion vom Anbieter der Datei deaktiviert
werden), evt. kann man die komplett heruntergeladene Version auch aus dem
temporären Zwischenspeicher (Cache) des Webbrowsers rauskopieren, siehe
hierzu auch den Bereich "Inhalte
speichern". Außerdem bedeuten diese Formate für den Anbieter
der Seite (bzw. den Betreiber des Webservers) einen finanziell nicht unerheblichen
Mehraufwand, da man spezielle Server benötigt, um alle Funktionen der
Software zu unterstützen. Die aktuellen Standardversionen sind kostenlos,
zeigen beim Start aber Werbung an (kann minimiert werden). Ein großer
Vorteil: Auch die Standardversion zum Erstellen dieser Dateien ist kostenlos
(RealEncoder/RealProducer).
Mit den neueren Versionen des Internet Explorer und des Netscape Navigators
(Netscape, AOL und Real Networks gehören inzwischen zum gleichen Konzern)
werden bereits Plugins von Real Networks und Flash mitgeliefert (allerdings
nicht immer ganz aktuell). Auch beim mit Windows 98/2000 mitgelieferten Internet
Explorer sind diese dabei.
Hinweis: Der mit Windows 95/98/2000 mitgelieferte Media Player (aktuell in der Version 7) kann bereits viele Video- und Audioformate abspielen, etwa das Windows - Standardvideoformat AVI (sehr gute Qualität, aber viel zu große Dateien), die durch Kompression recht kleinen Videoformate MPEG1 und 2 (Motion Picture Experts Group) oder die bekannten Audioformate Midi, WAV und MP3 sowie die hauseigenen Formate ASF (Video) und WMA (Audio).
Flash: Ein von Macromedia (http://www.macromedia.com) entwickeltes Verfahren für interaktive Seiten mit schönen Animationen. Es ist recht kompakt (Vektorgrafiken und hohe Kompression) und bietet sehr flüssig ablaufende Animationen, die die Möglichkeiten des herkömmlichen Webdesigns stark erweitern, etwa um animierte Navigationselemente, Spiele, etc. erstellen zu können. Sehr schöne, mit Flash erstellte Beisspielseiten finden Sie z.B. unter http://www.eneri.net, http://www.thevoid.com, http://www.matinee.co.uk oder http://www.yugop.com. Diese Technik findet im Moment starken Anklang und verbreitet sich immer mehr, meist bieten die Betreiber der Seiten aber noch zusätzlich Versionen ohne Flash an, weil sonst Besucher ohne dieses Plugin praktisch nichts auf diesen Seiten sehen können. Ein Programm zum Abspielen dieser Technik ist kostenlos erhältlich (Flash Player, vgl. Shockwave). Das gleichnamige Programm zum Erstellen dieser Animationen ist kostenpflichtig, aktuell ist hier die Version 5. Heruntergeladene Dateien lassen sich aus dem Cache des Browsers (siehe oben) herauskopieren, sie tragen die Dateiendung .swf, die meisten Flash Dateien im Internet sind geschützt, d.h. sie lassen sich nur betrachten, aber kaum für eigene Zwecke weiterverarbeiten.
Shockwave: Ein von Macromedia entwickeltes Sound und Animationsformat (http://www.macromedia.com, Beispiele unter http://www.shockwave.com und http://www.shockzone.com), aktuell ist die Version 8. Shockwave Sound (Shockwave Audio Format) bietet eine recht gute Qualität und ist sehr klein, es eignet sich gut für Hintergrundmusik, weniger für Animationseffekte. Es ist praktisch identisch mit mp3, siehe unten. Das Shockwave-Plugin kann auch Flash-Movies abspielen, ist aber wesentlich größer (längerer Download für den Benutzer). Shockwave Movies sind speziell für das Internet angepaßte Versionen des Dateifomats des Macromedia Director (Standardprogramm unter den Autorenwerkzeugen, d.h. Software zur Erstellung multimedialer Anwendungen, etwa CD-ROMs). Damit kann man z.B. kleine Spiele oder Navigationselemente für das WWW erstellen, die Dateien bleiben jedoch recht groß, bei zufriedenstellender Animationsgeschwindigkeit. Das Format ist noch nicht so weit verbreitet wie Flash, es ist jedoch bei Entwicklern recht beliebt, da so z.B. viele Firmen ohne großen Aufwand noch einmal einige ihre bereits vorhandenen Director - Anwendungen für das Internet aufbereiten können.
MP3: Ein sehr weit
verbreitetes Soundformat, da es fast CD Qualität bietet, aber nur ein
Zehntel so groß ist, wie herkömmliche Audioformate. Die Musikindustrie
boykottiert es größtenteils, da es keinen Kopierschutz besitzt
und es aufgrund der kleinen Dateigröße möglich ist, komplette
Songs oder ganze CDs in akzeptabler Zeit aus dem Internet herunterzuladen
oder auszutauschen, was auch vielfach getan wird (vgl. das bekannte und umstrittene
File-Sharing Tool Napster).
Der bekannteste Player ist "Winamp", zu beziehen unter http://www.winamp.com,
aber auch viele der bereits genannten Player (etwa der Windows Media Player)
unterstützen inzwischen dieses Format. Auch auf den CD-ROMs der Fachzeitschriften
finden sich in letzter Zeit häufig Programme zum Abspielen, Verwalten
oder Erstellen von MP3 Dateien. Eine gute (wenn auch kommerzielle) Seite zum
Thema mit vielen legalen Soundfiles findet sich unter http://www.mp3.com,
hier präsentieren sich auch einige junge Künstler, die noch keinen
Plattenvertrag haben.
Einige Hinweise zu den rechtlichen Aspekten von Musikdateien im Internet (Copyright, Rechteinhaber) finden Sie im Bereich Rechtsfragen.
Inzwischen gibt es auch externe MP3 Abspielgeräte, ähnlich einem Walkman, auf die man aus dem Internet heruntergeladene Dateien vom PC übertragen und so überallhin mitnehmen kann. Am bekanntesten ist hier der Player "Rio" von Diamond Multimedia, Informationen dazu unter http://www.diamond.com.
Javascript: Kein
Player oder Plugin, sondern eine von Netscape entwickelte Programmiersprache,
mit der sich sehr viele verschiedene Animationen und Interaktionsmöglichkeiten
erstellen lassen. Hat inzwischen sehr große Verbreitung gefunden, da
damit viele Dinge bewerkstelligt werden können, die mit HTML alleine
nicht zur verwirklichen wären, etwa Chaträume, Newsticker, Rollover-Buttons,
verschiedenste Animationen...
Leider sind einige
Befehle inkompatibel zwischen den Browsern von Microsoft und Netscape
Java: Eine von
der Firma Sun entwickelte Programmiersprache. Sie funktioniert (zumindest
theoretisch) auf allen denkbaren Betriebssystemen und soll so die Programmierer
unabhängig von den konkurrierenden Herstellern und Systemen machen (z.B.
Windows, MacOS, Unix...), sie läuft aber z.B. auf MacOS derzeit noch
viel zu langsam ab. Ursprünglich entwickelt wurde sie als Betriebssystem/Plattform
für den sogenannten NC (Netzcomputer), ein Projekt der beiden Microsoft
Erzfeinde Oracle und Sun. Es sollte ein billiger Rechner werden (z.B. ohne
teure Festplatte), der ständig an einem Netzwerk hängt und dort
auch auf einem zentralen Rechner all seine Dateien und Programme zwischenspeichert,
nur die aktuell vom Anwender benötigten Dateien sollten zum NC heruntergeladen
werden. Mit dieser Technik hoffte man, Microsofts Betriebssystem Windows überflüssig
zu machen, um dem Konkurrenten so seine Haupteinnahmequelle zu nehmen. Durch
die in Europa hohen Telefonkosten für einen ständig am Netz befindlichen
Rechner und den stetigen allgemeinen Preisverfall bei PCs brachte dieser Plan
bisher aber keinen großen Erfolg. Zudem entwickelte Microsoft eine eigene
Variante von Java, die zum Original nicht ganz kompatibel ist (inzwischen
richterlich untersagt), und spaltete so das Lager der Anhänger und Programmierer
von Java. Häufig verwendet wird Java inzwischen z.B. für kleine
Online Spiele und dynamische Webseiten (z.B. Personalisierungen von Online
Shopping Angeboten).